Aktuelle Nachrichten aus dem Heimatkreis

Rathausrestaurierung sorgt für Verwunderung
[25.11.2022] In Gerdauen (Shelesnodoroshnyi) hat die Restaurierung des ehemaligen Rathauses in der Poststraße (ul. Kommunistischeskaja 25) begonnen. Geplant ist, die Fassade zu renovieren und die Fundamente, Keller und internen Leitungen zu reparieren. Für einiges Aufsehen sorgte jetzt aber die Tatsache, dass das beauftragte Bauunternehmen die Armierung für die Fassade über den alten, bröckelnden Putz gesetzt hat. Anwohner haben dies auf Video festgehalten und dieses in die sozialen Netzwerke gestellt. Das Ministerium für Bau und Wohnungswesen des Königsberger Gebietes (Kaliningradskaja Oblast) hat schnell reagiert und mitgeteilt, dass das Unternehmen bis Ende November die Armierung wieder abbaut und den Putz abklopft. Das sei bei einem Vor-Ort-Besuch eines Vertreters des Gebietsrenovierungsfonds am 22.11.2022 festgelegt worden. Laut Mitteilung des Pressedienstes des Fonds gegenüber dem Internetportal "Newkaliningrad.ru" (25.11.2022) ist die Armierung dann am 24.11.2022 demontiert worden. Jetzt wird der alte Putz ordnungsgemäß entfernt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und beherbergte vor seiner Nutzung als Rathaus die Post und danach bis 1945 die NSDAP-Kreisleitung.
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Restaurierungsarbeiten am alten Rathaus in Gerdauen (Shelesnodoroshniy) in der Poststraße (ul. Kommunistischeskaja 25). Foto: VKontakte

Gerdauen als Musterbeispiel für Restaurierungsprojekte
[21.11.2022] Der Generaldirektor des Gebietsreparaturfonds, Oleg Turkin, hat laut Internetportal "Strana39.ru" (21.11.2022) in einem Vortrag zum Thema "Historisches Erbe und Charakter des Ortes" in Königsberg (Kaliningrad) Gerdauen (Shelesnodoroshnyi) als Musterbeispiel für die Restaurierung ganzer Straßenzüge genannt, wie sie seit einigen Jahren im Königsberger Gebiet (Kaliningradskaja Oblast) erfolgen. Im Zuge der Arbeiten habe ein Touristenstrom in das Dorf eingesetzt, es seien zusätzliche Investitionen erfolgt und Arbeitsplätze geschaffen worden. Anfangs seien die Bewohner reserviert gewesen, weil sie Angst hatten, hinterher die Rechnung für die Arbeiten präsentiert zu bekommen oder aus ihren Wohnungen entfernt zu werden. Das habe sich gelegt. Und auch die an vielen Häusern angebrachten Elemente zur Befestigung von Blumenkästen, die zunächst oftmals leer blieben, würden inzwischen rege genutzt. Es habe sich gezeigt, dass das Umfeld, auch das architektonische, den Menschen, seine Wahrnehmung der Welt um ihn herum und sein inneres Glücksempfinden beeinflusse. Früher seien alte Keramikziegel bei der Gebäuderestaurierung einfach vom Dach geschmissen worden, heute hebe man sie auf und verwende sie zur Restaurierung von Kirchen und Schlössern. Historische Haustüren würden heute nicht mehr einfach durch schnöde Eisentüren ersetzt, sondern behutsam restauriert oder wo das nicht geht durch analoge Nachbauten ersetzt. Auch hierfür sei Gerdauen ein Paradebeispiel. Sogar eine alte deutsche Hausinschrift, die - wie in Gerdauen - wieder freigelegt, restauriert und unter Glas gesetzt wird, könne zur Touristenattraktion werden.

Straßen werden repariert
[10.11.2022] Wie das Internetportal "Russkij Sapad" am 02.11.2022 unter Verweis auf die Regionalbehörden mitteilte, hat der Gouverneur des Königsberger Gebiets, Anton Alichanow, 7,7 Millionen Rubel für die Reparatur von drei Straßen in Gerdauen (Shelesnodoroshnyi) bereitgestellt. Der Munizipalkreis Friedland (Prawdinsk) muss noch einmal 319.256 Rubel aufbringen und dann bis zum 20.12.2022 für die Beseitigung von Schlaglöchern und Unebenheiten in der Wiener Straße (Verlobungsweg; ul. Kommunalnaja, 4,96 Millionen Rubel), in der Danziger Straße (ul. Dsherschinskowo, 1,32 Millionen Rubel) und in der Insterburger Straße (ul. Woikowo, 1,38 Millionen Rubel) sorgen. Die Fördergelder sollen auf Anordnung der Regionalregierung aus dem Reservefonds kommen.

Omet-Brücke gesperrt
[01.11.2022] Die Brücke über den Omet in der Nordenburger Straße (ul. Sowjetskaja) in Gerdauen (Shelesnodoroshnyi) ist ab sofort für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Grund ist der schlechte Zustand des Bauwerks, wie der Munizipalkreis Friedland (Prawdinsk) am 31.10.2022 mitteilte. Mit der Vorbereitung einer Projektdokumentation für die Rekonstruktion der Brücke sei begonnen worden. Bis dahin heißt es für Autofahrer, die Gerdauen in Richtung Osten verlassen wollen, den Weg über die Omet-Brücke an der Schlossmühle zu nehmen.

Neue Pläne für die Gerdauener Ordenskirche
[28.10.2022] Es gibt neue Pläne für die Gerdauener Ordenskirche. Wie das Internetportal „Kaliningrad.Ru“ am 27. Oktober 2022 berichtet, hat die örtliche Reiseführerin Margarita Pyrko das Gebäude angemietet. Sie will dort zunächst Notarbeiten durchführen, die Fläche im Kirchenschiff nivellieren, eine Beleuchtung installieren, den Turm reparieren und das Eingangstor ersetzen.
Im Kirchenschiff, von dem nur noch die Außenwände stehen, sollen später Jahrmärkte und Feste stattfinden, im ersten Stock des Turms ist ein Informationszentrum „Südost Gerdauen“ mit Café geplant. Im dritten Stock sollen ein kleines Glasmuseum und eine Ausstellung von Schwertern und Äxten Platz finden.
Die Mieterin hofft auf finanzielle Unterstützung durch das Kulturministerium, die nach ihrer Einschätzung Mitte nächsten Jahres erfolgen könnte. Arbeiten, die keiner Genehmigung unterliegen, würden selbst erledigt. Insgesamt wird mit Kosten für das Projekt von 2,7 Millionen Rubel (zirka 43.000 Euro) gerechnet. Einen Investor gebe es auch schon, so Pyrko.

Auch das Internetportal Newkaliningrad.Ru berichtete am 27. Oktober 2022 über die Pläne für die Gerdauener Ordenskirche und sprach mit der Mieterin. Demnach lebt ihre Familie in vierter Generation in Gerdauen (Shelesnodoroshnyi), sie selbst wohnt gegenüber der Kirche und hat bereits seit Längerem den Schlüssel für das Eingangstor. Pyrko betreibt eine kleine Tourismusfirma im Ort und führt seit zwei Jahren Touristen durch Gerdauen, organisiert Kanufahrten und Freizeitaktivitäten auf dem Banktinsee und interessiert sich für die lokale Historie. Die Kirche, die ihr zur kostenlosen Nutzung überlassen wurde, wolle sie als solche nicht renovieren, habe aber Pläne für ihre Anpassung an eine moderne Nutzung. Ganz anders die Regionalregierung, die nach Aussagen von Jewgeni Maslow, dem Denkmalschutzchef des Königsberger Gebiets, an einem konkreten Restaurierungsprojekt für die Kirche arbeitet.
Zur Erinnerung: Ende der 90er Jahre fand die letzte Konservierung des Objekts mit Geldern aus Deutschland statt. Damals wurde unter anderem das Dach des Turms renoviert, eine Wendeltreppe eingebaut und eine Aussichtsplattform eingerichtet. In der Folgezeit sorgte ein Sturm für neue Schäden am Dach, die nie richtig repariert wurden und durch ein Loch im Mauerwerk war der Zugang jederzeit möglich, was Vandalismus Vorschub leistete. 2007 erhielt die Kirche den Status eines Kulturerbes von regionaler Bedeutung. 2010 wurde sie durch Beschluss der Gebietsduma der Königsberger Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche übertragen.
Margarita Pyrko ist übrigens auch Abgeordnete des Stadtkreisparlaments in Friedland (Prawdinsk) für die Liberaldemokratische Partei Russlands (LDPR) und vertritt dort den Wahlkreis 9, der den nördlichen Bereich der Gerdauener Innenstadt, die Orte Grüneberg (Klenowoje), Bawien (Nikitino), Neuendorf (Nowosjolki) und den neuen Gerdauener Vorort Nowostrojewo umfasst. Sie setzte sich 2021 unter anderem dafür ein, dass das historische Pflaster in der Kirchenstraße (uliza Perwomajskaja) nicht wie geplant vollständig verschwindet, sondern für die Wiederherstellung der Straße genutzt wird.


Blumenthal (Maciejki) hat sanierte Dorfstraße

[11.05.2022] Die sanierte Gemeindestraße in Blumenthal (Maciejki) ist eingeweiht worden. Auf 500 Meter Länge wurde neuer Asphalt aufgetragen, die Bankette befestigt und die Ausfahrten angelegt. Installierte Bremsschwellen sollen gewährleisten, dass nicht gerast wird. Gesamtkosten: 708.000 Zloty (151.000 Euro), wovon die Gemeinde 426.600 Zloty (91.000 Euro) an Fördermitteln zurückerhält.